Fabrikplanung

Neue Dimension in der Produktion

Von Jürgen Ackermann · 2014

Die Entwicklung modernster Fertigung erfordert eine grundlegende Überprüfung sämtlicher Prozesse in der Fabrik – und sogar darüber hinaus. Zu Beginn steht daher eine Strategieberatung, die ganzheitliche Planungen und Problemlösungen möglich machen. Nur so ist die konsequente und zielgerichtete Erneuerung aller Abläufe zu schaffen.

Die Industrie befindet sich in einem rasanten Wandel. Schneller, flexibler und innovativer muss alles werden. Mit der zunehmenden Automatisierung wollen die Ingenieure den künftigen Herausforderungen begegnen. Ein Dreh- und Angelpunkt dabei ist die „Fabrik der Zukunft“. Aber wie entsteht eine solche Fabrik? Wer sich mit der Planung solch neuer Fertigungskonzepte beschäftigt, begreift erst recht, wie revolutionär die Industrie 4.0 ist. Denn um die Grundlagen für die neuen Produktionsweisen zu legen, müssen sämtliche Fabrikprozesse und Formen der Zusammenarbeit auf den Prüfstand und großteils neu entwickelt werden.

Dezentrale Intelligenz

Um alle Aspekte umfassend bei den Planungen zu berücksichtigen und somit die größtmöglichen Potenziale auszuschöpfen steht am Anfang eine gründliche strategische Bestandsaufnahme, die letztlich zum Beispiel auch Fragen zur Weiterbildung der Mitarbeiter, die Zusammenarbeit mit Lieferanten oder mögliche künftige Veränderungen im Produktportfolio beinhalten muss. Welche Potenziale am Ende erschlossen werden, hängt auch damit zusammen, wie viel „dezentrale Intelligenz“ der gesamten Produktion eingehaucht werden kann. Je mehr Bestandteile der Produktion ihre Historie und die nächsten Schritte im Fertigungsprozess kennen, desto höher ist der Automatisierungsgrad. Dabei werden alle Schritte natürlich immer von dem übergeordneten Softwaresystem überwacht. Sensoren melden durchgehend ihre Messwerte zur Erstellung von Auswertungen an das übergeordnete System, so dass zu jeder Zeit ein vollständiges virtuelles Abbild der Vorgänge in der Fabrik zur Verfügung steht, zusammen mit allen denkbaren statistischen Auswertungen.

Hoher Software-Anteil

Die „Fabrik der Zukunft“ ist ein Gesamtkomplex und funktioniert keineswegs nur innerhalb eines eigenen „Fabrik-Gebäudes“. Vielmehr wird etwa die gesamte Lieferkette zu einem sich selbst organisierenden Supply-Netzwerk, das ohne zentrale Steuerung läuft. Sowohl Zulieferer als auch Kunden sind über genormte Schnittstellen in das Gesamtsystem eingebunden. Keine Frage, dass bei all dem die Software einen hohen und zentralen Anteil an der Wertschöpfung hat, wird doch die Produktion zu großen Teilen von Programmen gesteuert, nicht mehr von der Hardware. Ein wesentlicher Vorteil: Unternehmen müssen deshalb nicht mehr größere Umbauaktionen durchführen, wenn am Produkt etwas geändert wird, denn die Fertigungsmaschinen sind von vornherein für mehrere Varianten oder sogar für mehrere Produkte ausgelegt.