Virtual und Augmented Reality

Neue Realitäten in Unternehmen

Von Elke von Rekowski · 2017

Wartungsarbeiten mittels VR und AR sind Realität.

Zeit ist Geld: Das gilt heute vor allem in der Produktion. Denn auch wenn Maschinen stillstehen, laufen die Kosten weiter. Deshalb dürfen beispielsweise das Setup für ein diversifiziertes Portfolio sowie Wartungs- und Servicearbeiten nicht zu lange dauern. Technologien wie Virtual und Augmented Reality helfen dabei, den Aufwand zu minimieren und somit Zeit und Kosten zu sparen.

Im Zuge der Transition zu Industrie 4.0 gewinnen Produktionsmaschinen und verbundene Komponenten deutlich an Komplexität. Das erhöht nicht nur die Flexibilität in der Produktion, sondern auch den Aufwand im Betrieb und im Service. Änderungen an den Einstellungen für Kleinserien oder Wartungsarbeiten erfordern immer häufiger den Einsatz von Spezialisten. Damit die Kosten nicht explodieren, müssen diese Experten zeitnah zur Verfügung stehen und ihre Aufgaben schnell erledigen können. Hierbei helfen bereits heute Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR). Die Technologien ermöglichen jederzeit den schnellen Einsatz eines Spezialisten in der Produktionsanlage, ohne dass dieser sich dazu vor Ort befinden muss.

Fernwartung 4.0

Mithilfe von Virtual Reality lässt sich beispielsweise eine Anlage virtuell beim Service darstellen, auch wenn sich der Service-Mitarbeiter Hunderte oder sogar Tausende von Kilometern weit entfernt befindet. Der Spezialist nimmt die betreffende Maschine über seine VR-Brille genauso wahr, als würde er direkt davorstehen. Dabei hilft ihm ein Techniker vor Ort, der mit einer Bodycam ausgestattet ist. Mehrere Kameras liefern dem Service-Spezialisten zusätzlich ein realitätsgetreues Abbild der Anlage mit allen Details, sodass er sich ein exaktes Bild vom Setup machen kann. Dadurch ist er in der Lage, dem Techniker vor Ort detaillierte Serviceanweisungen zu geben.

Realität und virtuelle Bilder verschmelzen

Über Remote-Zugriffe hat der Spezialist zudem eine direkte Möglichkeit, auf die Programmierung, Sensorik und Kommunikation der Anlage unmittelbaren Einfluss zu nehmen. Wenn beispielsweise bei mechanischen Komponenten ein Eingriff an der Maschine erforderlich wird, schafft Augmented Reality (AR) ganz neue Möglichkeiten. Mit der erweiterten Realität können Abläufe und handwerkliche Schritte direkt an der Maschine gezeigt werden. In einer AR-Brille sieht der Techniker neben dem Maschinenteil, an dem er gerade arbeitet auch gleichzeitig noch die erforderlichen Schritte auf virtueller Ebene eingeblendet. Der Service-Spezialist erzeugt eine Computer-Animation, die dem realen Bild überlagert wird und so eine grafisch animierte Anleitung in Echtzeit bietet. Alle notwendigen Handgriffe führt der Spezialist so gemeinsam mit dem Techniker vor Ort durch, während er gleichzeitig mit einem Headset kommuniziert. Dadurch können auch sehr aufwendige Prozesse schnell – ohne Anreise – und vor allem sehr kosteneffizient durchgeführt werden. Stillstände von Anlagen werden minimiert und auch komplizierte Settings für Kleinserien lassen sich
wirtschaftlich realisieren.