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Interview

„Prozessabweichungen identifizieren“

Von MAZARS GmbH & Co. KG · 2016

Marco Ehlert ist Head of IT Advisory bei der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Roever Broenner Susat Mazars. Im Interview spricht er über Vorteile, Umsetzung und Effekte aus Process Mining.

Process Mining – was sind die Vorteile?

Die Hauptziele von Process Mining sind Prozesstransparenz und Risikoerkennung – sie sind der Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Organisation. In der Praxis hingegen unterliegen Abweichungen der Ist-Prozesse von den Soll-Prozessen tendenziell nur einer subjektiven Einschätzung. Die Folge: Konkrete Schwachstellen und Engpässe können nicht eindeutig identifiziert werden, strategische Geschäftsaktivitäten geraten in den Hintergrund, der Gesamtablauf ist gestört. Mit der prozessorientierten Datenanalyse des Process Mining ermöglichen wir einen Abgleich der tatsächlichen Ist-Prozessvorfälle mit der Soll-Prozessdokumentation. Ist bisher noch keine detaillierte Soll-Prozessdokumentation vorhanden, kann Process Mining auch dazu dienen, den gewünschten Soll-Prozess leichter zu identifizieren und zu definieren.

Wie funktioniert Process Mining in der Praxis?

Mit Process Mining gehen wir in unserer Beratung über die klassischen Interviews zur Identifikation von Prozessverläufen hinaus. Wir orientieren uns an den Daten der IT-Systeme und rekonstruieren den Ist-Prozess faktenbasiert und lückenlos. Wir machen Prozesse visuell sichtbar und hinterlegen sie mit statistischen Werten. Dabei analysieren wir sowohl die in hoher Frequenz auftretenden Prozessverläufe als auch Ausreißer, die exotische Prozessmuster darstellen.

Haben Sie ein Beispiel?

Konkrete Beispiele haben wir aktuell bei Industrieunternehmen, die ihren Fertigungsprozess auf den Prüfstand stellen. Die Informationen zu Durchlaufzeiten, Prozessschwachstellen und ungewollten Prozessschritten werden mittels eines Prozessprotokolls grafisch aufbereitet und dem Unternehmen transparent dargestellt. Der Vorteil an diesem Verfahren ist, dass alle Daten des ERP Systems ausgewertet werden können. Einem Industrieunternehmen konnten wir auf diese Weise visuell leicht verständlich aufzeigen, wie die internen Fertigungsprozesse im Detail ablaufen, wie lange Material durchschnittlich in Zwischenlagern liegt, und wann und in welchen Schleifen Statusänderungen der Aufträge erfolgen. Auch die Interaktion der Produktion mit dem Einkauf auf der einen und dem Vertrieb auf der anderen Seite wird darstellbar.

Was sind die Effekte aus Process Mining?

Die greifbaren Effekte sind vielfältig und hängen vom Einzelfall ab. So konnte beispielsweise ein Kunde die Prozesskosten in der Fertigung um 10 bis 15 Prozent senken. Hinzu kommt qualitative Verbesserung. In einem Fall haben wir aufgedeckt, dass ERP-Systeme falsch konfiguriert waren, so dass Mitarbeiter einen Soll-Prozess gar nicht einhalten konnten.

Kontakt

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Web: www.mazars.de