Big Data

Wertschöpfung im Alles-immer-sofort-Modus

Von Karl-Heinz Möller · 2014

Die vierte industrielle Revolution kann dem Standort Deutschland Wachstumsschub und Wettbewerbsvorteil verschaffen. Ob die effiziente Vernetzung von Big Data und der integrierten industriellen Fertigung im internationalen Vergleich im Sinne von Industrie 4.0 gelingt, hängt wesentlich von Faktoren wie Wandlungsfähigkeit, Datenanalyse und Servicequalität ab.

In der Logik des Fortschritts bei Vernetzung und Software-Integration ist eine sich selbst lenkende Fabrik schon lange denkbar. Nun rückt die Phase der realen Umsetzung innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette näher. Aus der immer fokussierter werdenden Selektion aus Big Data entstehen Lösungen, die nicht nur in den internationalen Konzernen, sondern auch in Tausenden von mittelständischen Unternehmen ankommen. Konkret lautet eine der großen Herausforderungen, die unterschiedlichen Systeme in eine einheitliche it-Landschaft zu verschmelzen. Aus der Flut von Bits und Bytes wird eine ertragreiche Mine, in der das in Daten verborgene Gold geschürft werden kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Kosmetikhersteller dank der in Echtzeit eintreffenden Informationen über steigende Verkäufe bestimmter Cremes das intelligente Produktionssystem automatisch umdisponiert oder ob in der Fabrikation von Sonnengläsern die Nachfrage nach bestimmten Brillen just-in-time hochgefahren wird, weil das Produkt in einer quotenstarken tv-Serie zu sehen ist.

Aus Plug and Play wird Plug and Work

Laut Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC hat ein Drittel der Unternehmen, die mehr als 20 Produktionsstätten unterhalten, bereits eine solche Smart Factory eingerichtet. Viele kleinere Betriebe, die nur an wenigen oder nur einem Ort produzieren, erkennen unterdessen die Vorteile der Smart Factory. „Sie können durch die Verarbeitung von Echtzeitinformationen zu Auftragseingängen und Lagerbeständen bei Zulieferern ihre Produktionsprozesse beschleunigen und flexibler gestalten“, sagt Michael Rasch, Partner bei PwC.

Reaktionstempo, Ressourceneffizienz, Ergonomie lauten die großen Ziele

Produktionssysteme müssen dynamisch auf Veränderungen in der Wertschöpfungskette reagieren können. Kunden reagieren immer schneller auf Trends und stellen neue Anforderungen. Big Data macht sie transparent und lenkt sie direkt in Maschinen, Software und integriert sie in alle Prozesse. Vordenker Arnold Weissman, unter anderem Professor für Strategie an der Zürich International Business School (ZIBS) sagt: „Was heute revolutionär ist, wird morgen Standard: die weitgehende Digitalisierung und Automation der gesamten Wertschöpfungskette, von der Produktidee über die Realisierung bis hin zur Supply Chain. Champions wie Trumpf, Kärcher, ssi Schäfer setzen bereits heute voll auf diese Karte, doch die Mehrzahl schaut noch erstaunt zu!“