Digitale Weiterbildung

Erst Qualifizierung macht Industrie 4.0 möglich

Von Daniela Hoffmann · 2019

Digitalisierung, Internet-of-Things und künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt. Doch Fachkräfte werden Mangelware. Deshalb fordern Unternehmer, dass es eine Disruption in der Weiterbildung geben muss. Die erforderliche, massenhafte Qualifikation lasse sich nur mit digitalen Lernformaten voranbringen.

Junger Mann macht sich Notizen während er auf den Computer schaut. Thema: Digitale Weiterbildung
Data Scientists sind rar, für Mitarbeiter gibt es ein riesiges Fortbildungsangebot. Foto: iStock/fizkes

Mit zunehmender Automatisierung, neuen Assistenzsystemen und agileren Strukturen sind neue Skills dringend gefragt. Werker brauchen mehr IT-Know-how, Produktionsplaner müssen Simulationen beherrschen und Manager werden zu Mentoren. Niedrig qualifizierte Arbeitsplätze fallen weg, neue Berufsbilder entstehen. Für die meisten Unternehmen und ihre HR-Abteilungen ist mittlerweile klar, dass Weiterbildung ganz oben auf der Agenda stehen muss, wenn die Digitalisierung gemeistert und ihre Chancen genutzt werden sollen.

Original Equipment Manufacturer, (OEMs) und große mittelständische Industrieunternehmen machen sich Sorgen darüber, dass sie neue Themen wie 5G aus Mangel an Fachpersonal nicht zum Laufen bekommen. So mangelt es beispielsweise an Netzwerkspezialisten mit Produktions-Know-how. Im Durchschnitt sind für die Weiterbildung zum Thema digitale Arbeitswelt nur 2,3 Tage pro Jahr pro Mitarbeiter üblich, stellt die Bitkom-Studie „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ fest: Das sei eindeutig zu wenig. 

Nur 41 Prozent der Unternehmen seien demnach bereit, Zeit und Kosten für die Weiterbildung von digitalen Kompetenzen zu übernehmen. 

Industrie 4.0 braucht vor allem Datenkenner

Doch die Digitalisierung vereinfacht gleichzeitig auch die Weiterbildung erheblich – vorausgesetzt, dass die Bereitschaft dafür besteht. Noch setzen fast 50 Prozent der Unternehmen auf traditionelle Schulungsformen. Lernprogramme aus dem Web gibt es bei 34 Prozent, deutlich abgeschlagen sind jedoch MOOCs – „Massive Open Online Courses“ – mit 15 Prozent und Lern-Apps mit zehn Prozent.

In den Fabriken ändert sich derzeit vieles. Zwar gibt es noch die Beharrungskräfte, Montagehallen voller veralteter Maschinen und die Tradition der Produktion als abgeschotteter Bereich. Smart Factory und Industrie 4.0 finden derzeit noch in Leuchtturmprojekten statt – aber eines lässt sich hier deutlich ablesen: Die neuen Konzepte basieren auf Daten und der Umgang mit Daten wird zum Zukunfts-Skill Nummer eins. Data Scientists sind rar, daher ergeben sich hier besonders viele Chancen für Fachmitarbeiter. 

Digitale Weiterbildung: ein Blumenstrauß von Möglichkeiten

Gerade zum Thema Data Science, Statistik und Analytics gibt es mittlerweile ein riesiges Angebot an Weiterbildungen, vom kostengünstigen Onlinekurs, bis hin zu gezielten Angeboten für mehrmonatige Fortbildungen von Forschungsinstituten und Beratungshäusern. Sie sind teilweise sogar nach Methoden und selbst nach Branchen konzipiert. Für die Einarbeitung in konkrete Technologien und Programmiersprachen bieten die Onlineunis ein breites Spektrum an. Fernstudien bilden zum Prozessmanager Industrie 4.0 weiter, der die Digitalisierung von Produktionsprozessen beherrscht. Es gibt Seminare rund um Sensorik für Industrie 4.0 und Smart-Factory-Kurse für Produktionsspezialisten.

Aber auch das Lernen im Job selbst wird mit Technologien wie Virtual und Augmented Reality einfacher. Damit lassen sich Prozesse eingängig und erlebbar darstellen und Mitarbeiter in Trainings durch die einzelnen Schritte führen. In Kombination mit anderen Systemen kann der jeweilige Tätigkeitsschritt in Echtzeit auf seine Richtigkeit geprüft werden – dies ist vor allem für das Thema Qualitätsmanagement wichtig.

Quellen:
Wirtschaftsinformatik-studieren.net: IT-Management
FAZ: Immer mehr IT-Studiengänge an Deutschlands Hochschulen
Wegweiser Duales Studium: Informationstechnik

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