IoT-Gateways

Modernisierung der Maschinenwelten

Von Christian Raum · 2019

Wenn die Digitalisierungsverantwortlichen Verbündete für die Transformation des Unternehmens suchen, können sie in den Finanzabteilungen und im Controlling fündig werden. Denn mit dem digitalen Wandel kann der Wert der Güter und Anlagen – und damit der Wert der gesamten Organisation – erheblich steigen.

Fabrikarbeiter steuert über ein Tablet mittels eines IoT-Gateways eine Maschine.
Über IoT-Gateways steuern Smartphones Maschinen und Roboter. Foto: Ekkasit 919

Bei Digitalisierungsprojekten führen die Wege für die Verantwortlichen immer durch die Finanzabteilungen, das Controlling und die Buchhaltung des Unternehmens. Denn hier hüten die Verantwortlichen das Erbe aus Jahrzehnten Unternehmensgeschichte. 

Die am höchsten bewerteten Güter in den Bilanzen sind Werkzeuge und Maschinenpark – und wenn die Finanzvorstände mit Gehörschutz und Helm durch die Produktionshallen laufen, sehen sie keine groben Metallklötze oder ölige Zahnräder, sondern das solide Fundament ihres Unternehmens. Sie wissen, dass die meisten dieser Maschinen seit Jahrzehnten steuerlich abgeschrieben sind. Und deshalb bedeutet für sie jedes produzierte Teil Cash – gleichzeitig kostet jeder Stillstand womöglich ein kleines Vermögen. 

IIOT und Gateways verlängern die Lebenszeit der Maschinen 

An dieser Stelle kann der Digitalbeauftragte seine Finanzabteilung überzeugen, die digitale Transformation der Organisation mitzugestalten. Denn mit Sensorik, Vernetzung und vorausschauender Wartung werden die Maschinen nicht nur im Wert gesteigert. Die Modernisierung kann auch deren Lebenszeit erheblich verlängern. Wenn die Verantwortlichen ihre alten Maschinen für die Digitalisierung neu aufstellen, sie modernisieren und für die Zukunft herrichten, hat das einen Namen – „Retrofit“. 

Für die Verbindung von Maschinen und Produktionssteuerungssystemen – „MES“ – nutzen die Techniker sogenannte IoT-Gateways: Kleine Computer, die zwischen Anlage und Netzwerk geschaltet sind. Deren Software regelt die Datenübertragung. Sie übersetzt die Datenströme für die Maschine und kann außerdem selbst die Steuerung der Maschine übernehmen. Die IoT-Gateways sorgen auch für Sicherheit. Sie scannen den Datenaustausch des Netzwerkes und der angeschlossenen Anlagen, verschlüsseln und entschlüsseln die Datenströme und schotten das Netzwerk ab.

Werkzeuge melden sich über Funk

Zur alljährlichen Inventur, stellen manche Firmen für ein oder zwei Tage ihre Produktion ein. Alle Mitarbeiter sind mit langen Papierlisten unterwegs, zählen Lagerbestände, Werkzeuge, Maschinen und Produkte und melden die aktuellen Bestände an ihre Controller. Die Lücke zwischen „Ist“ und „Soll“ ist erfahrungsgemäß groß und häufig muss sogar der Wert des Unternehmens korrigiert werden. Wenn allerdings alle Werkzeuge und Werkstücke über Funk ihren Standort melden – oder die IT-Systeme wenigstens deren Wege durch Lager und Produktion verfolgen können, ist eine tagesaktuelle Inventur möglich – und zwar per Mausklick.

Mit dieser Argumentation kann der Digitalisierungsverantwortliche auch in der Controlling-Abteilung auf Verbündete und Unterstützer hoffen. Denn schon mit einigen simplen Sensoren oder RFID-Tags eröffnet sich für die Unternehmensprüfer eine neue digitale Methodik. Sobald die Werkzeuge, Werkstücke oder Komponenten mit einem Funkchip ausgestattet sind, werden sie direkt mit den Datenbanken der Inventursysteme verbunden.

Je nach Leistungsfähigkeit der Funksysteme und der Netzwerke verfolgen Systeme die Werkzeuge und Produkte. Oder sie bestimmen mit GPS-Anwendungen oder Funkpeilung deren Standort – etwa der Fahrzeuge auf dem Transportzug oder in einem Hafenterminal – auf den Meter genau. Von nun an gehen viel weniger Dinge verloren. Und falls etwas fehlt, kann das IT-System unmittelbar Alarm schlagen und die fehlenden Teile verfolgen oder suchen.

Buchhaltung auf Mausklick

So kann auch die Inventur auf Knopfdruck zu einem höheren Buchwert des Unternehmens, seiner Produktionsanlagen und Lagerbestände führen. Aber auch mit der Integration in die digitalen Prozessketten können die Digitalisierungsverantwortlichen bei den Kollegen in der Finanzabteilung punkten. Zu einem digitalen Wertschöpfungsnetzwerk gehört der elektronische Austausch von Bestellungen, Auftragsbestätigung und Rechnung. Über EDI-Netze strömen diese Daten direkt in die Buchhaltung, werden automatisch geprüft und verbucht. 

Für die Finanzabteilungen bedeutet deren Digitalisierung vor allem die Planbarkeit von Kosten, Einnahmen und Investitionen. Und auch sie können mit einem Mausklick die Arbeit von Tagen oder Wochen auf wenige Sekunden verkürzen. Die gesamte Bilanz und die Forecasts für die kommenden Wochen oder die nächsten Monate erscheinen tagesaktuell jeweils zum ersten Meeting.

Quellen:
Germany Trade & Invest, Industry 4.0 - Germany's 4th industrial revolution
Bayerischer Rundfunk, Industrie 4.0: Ist Deutschland schon abgehängt?
Technical Committee on Services Computing​

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